Gaspreisentwicklung – Gaspreise sinken endlich wieder

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Gaspreisentwicklung Privatkunden

Haushalte können bei der Gaspreisentwicklung für 2024 optimistisch sein. Die Gaspreise für Haushaltskunden sind seit Jahresbeginn bereits um 35% gesunken und liegen bei 9,8 Cent pro Kilowattstunde [kWh] in einem bestehenden Vertrag. Die Gaspreise für Neukunden sind stärker gesunken und betragen aktuell nur noch 7,6 Cent pro kWh. [Stand: 20.05.2024] Es lohnt sich also, über einen Tarifwechsel nachzudenken.
Es wird aber einige Veränderungen bei den Gaspreisen 2024 geben.

Gaspreisentwicklung – Das Wichtigste

  1. Die Zahl der Gaspreiserhöhungen ist rückläufig und 396 Gasanbieter senken die Gaspreise für 2024 um durchschnittlich 15% für 19 Millionen Haushalte.
  2. Verbraucher können etwas gegen die Gaspreisentwicklung tun. Inzwischen gibt es wieder günstigere Gastarife, die weit unterhalb der Preisbremse liegen. Aktueller Gaspreis: 7,6 Cent pro kWh für Neukunden [Stand: 20.05.24].
  3. Das Sparpotenzial beim Wechsel des Gasanbieters beträgt im Schnitt 29 Prozent [Gaspreisvergleich 20.05.2024]
  4. Die Gaspreisentwicklung im Großhandel entspannt sich. In den vergangenen Monaten sind die Gaspreise an der Börse weiter zurück gegangen.
  5. Boni beeinflussen die Gaspreisentwicklung 2024 positiv. Gastarife unterhalb der Preisbremse können wieder Boni in unbegrenzter Höhe haben. Boni beim Gas liegen zwischen 50 und 466 Euro.
  6. Negativ auf die Gaspreisentwicklung in 2024 wirkt sich die Streichung des Mehrwertsteuer-Rabatts aus.
  7. Die Gaspreisbremse hatte einen positiven Effekt auf die Gaspreisentwicklung. Sie deckelte den Gaspreis auf 12 ct|kWh, wird aber für 2024 nicht verlängert

Gaspreise aktuell:

So viel kostet die Kilowattstunde 2024

Gaspreise aktuell Altverträge: 9,8 ct|kWh *
Gaspreise aktuell Neuverträge: 7,6 ct|kWh *

* Verivox, Check24: Durchschnittl. Gaspreis für Haushalte Verbrauch 20.000 kWh, 20.05.2024

La­ge Gas­ver­sor­gung Deutschland

Gasspeicher Füllstand: 66 % [stabil]*
Gasverbrauch: – 23,2% unter Ø Vorjahre
Versorgungssicherheit: gewährleistet

Lagebericht Bundesnetzagentur 05.05.2024, *Gasspeicher Stand Deutschland 05.05.2024

Das soll sich 2024 beim Gaspreis ändern:

Senkung von Umlagen/Entgelten
Streichung der Preisbremse
CO2-Abgabe auf Gas steigt
Mehrwertsteuer auf Gas wieder bei 19%

zu den Details „Gaspreisentwicklung 2024“

Zahlen Sie zu viel? Die besten Gaspreis-Angebote für 2024
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Eigener Verbrauch
kWh

Gaspreisentwicklung 2024: Das soll sich ändern bei den Gaspreisen 2024

Trotz der aktuell positiven Gaspreisentwicklung müssen sich Haushalte eventuell wieder auf höhere Preise für 2024 einstellen, denn Bundesfinanzminister Lindner [FDP] hat den Rabatt für die Mehrwertsteuer zum 1. März 2024 gestrichen, was die Gaspreise 2024 um 11% verteuert. Wegen der Haushaltsperre wird nun auch die Gaspreisbremse nicht mehr verlängert und läuft zum 31.12. aus. Aktuell liegen zwar noch 64 Prozent der Standard-Tarife der örtlichen Gasversorger oberhalb der Preisbremse, doch laut Marktdatenanlyse von ene’t werden die Gastarife 2024 nur noch in 18% der PLZ-Gebiete teurer sein als 12 Cent brutto.

Bei der Gaspreisentwicklung gab es bereits zum 01. Oktober letzten Jahres eine positive Veränderung. Die SLP-Bilanzierungsumlage [5,70 €/MWh] und die Konvertierungsumlage [0,38 €/MWh] werden komplett gestrichen. Zudem wird das Konvertierungsentgelt mehr als halbiert und sinkt von 0,45 €/MWh auf 0,21 €/MW.

Durch die Streichung von Gasumlagen und Senkung von Entgelten, soll die Belastung bei den Heizkosten weiter gemindert werden. Die Rechnung einer Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh könnte ca 135 € sinken. Die Gasanbieter sind nicht verpflichtet, diese Preissenkungen nicht an ihre Kunden weiterzugeben. Gaskunden würden nur durch einen Anbieterwechsel profitieren.

Netzentgelte Gas 2024 Netzentgelte, Quelle enet

Bei den bislang veröffentlichten Netzentgelten [enet] für das Jahr 2024 zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. In den bereits bekannten Netzgebieten sin­ken die jähr­li­chen Kos­ten zwischen 2 und 5 %. Die aktuellen Informationen zu den Gasnetzentgelten sind vorläufig und unterliegen möglicherweise Änderungen zum Jahreswechsel. Wir informieren.

Ein weiterer Faktor, der zur Verteuerung der Gaspreise 2024 beiträgt, ist die bereits seit einigen Jahren in Deutschland geltende CO2-Abgabe. Sie wird von bisher 30 Euro auf 40 Euro pro Tonne steigen und somit zu höheren Heizkosten führen. Die Gasrechnung einer Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh wird um ca. 40 € steigen. [Emission Erdgas = 200 gr. CO2/kWh.]

Die Gasspeicherumlage steigt ab Januar 2024 von 1,45 Euro/MWh auf 1,86 Euro/MWh, was den oben genannten Musterhaushalt weitere 8 Euro zusätzlich kostet.

Gaspreise sinken 2024
Hier sinken die Gaspreise 2024

Szenario zur Gaspreisentwicklung 2024: Unterm Strich könnten die Gaskosten durch die Streichung des Mehrwertsteuerrabats nur um rund 1-3 % steigen, wenn Haushalte vom Wegfall der Umlagen und dem Sinken der Netzentgelte profitieren. Der Anstieg der CO2-Steuer treibt die Gaspreise um weitere 2 % nach oben. Also unterm Strich +5%.

Warum die Gaspreise 2024 sinken sollten:
Es ist bereits bekannt, dass die Gasanbieter zum Jahreswechsel nur in geringem Maße die Gaspreise senken, obwohl sich der Großhandelspreis wieder beruhigt hat und die Speicher voll sind.
Es wurden nur 396 Gaspreissenkungen gemeldet von denen 19 Millionen Haushalte profitieren. Durchschnittlich beträgt die Preissenkung 15%. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh ergibt sich eine Einsparung von etwa 507 Euro pro Jahr. Quelle

Wer die Gaspreisentwicklung beeinflussen will, muss die Gaspreise vergleichen:
Wer keine Preissenkung erhält und trotzdem sparen will, kann die Gaspreise direkt hier vergleichen.

Die Vergleichsportale rechnen es vor: Die Gaspreise in einem Musterhaushalt (20.000 kWh) in der alternativen Versorgung lag im November bei durchschnittlich 1.875 Euro pro Jahr. In der Grundversorgung bei 2.886 Euro. Durch den Wechsel könnten 1.011 Euro bei den Gaskosten für 2024 gespart werden. Aber auch Kunden mit Bestandsverträgen können sich gegen die Gaspreisentwicklung wehren. Der Wechsel spart 692 Euro.

Die besten Gaspreiseangebote für 2024
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Gaspreisentwicklung in Deutschland: Hintergrund, Anstieg & Prognose

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Gaspreisentwicklung für Haushaltskunden, Quelle Verivox

Den größten Einfluss auf die Gaspreisentwicklung 2023 haben die Börsenpreise. Infolge des Ukraine-Krieges sind die Gaspreise im Großhandel extrem gestiegen und wurden von den Gasanbietern direkt an die Endkunden weitergegeben. Für private Haushalte erreichten die Gaspreise im Januar 2023 einen neuen Höchstwert von durchschnittlich 20,04 Cent pro Kilowattstunde für laufende Verträge [Quelle BDEW] . Bei Neuverträgen kostete die kWh im Schnitt 38,5 Cent.

Obwohl die Kosten für Gas pro Kilowattstunde immer noch nicht das Niveau des Vor-Krisenjahres erreicht haben, ist zumindest ein deutlicher Rückgang in der Entwicklung zu verzeichnen. Derzeit liegt der Gaspreis etwa auf dem gleichen Niveau wie im Herbst 2021.

Chart Gaspreisentwicklung Deutschland
Gaspreisentwicklung für Haushaltskunden, Quelle BDEW

Es gibt mehrere Gründe die sich dämpfend auf die Preisentwicklung im Großhandels als auch für die Endverbraucher auswirkten. Eine Rolle spielen gut gefüllte Speicher, die ungewöhnlich milden Witterungsbedingungen und Einsparungen in der Industrie und bei privaten Verbrauchern.

Was tut die Politik gegen die Entwicklung der Gaspreise?

Um die Verbraucher zu entlasten, tritt ab Januar die Gaspreisbremse in Kraft, woduch die Kilowattstunde Gas auf den Festbetrag von 12 Cent gedeckelt wird. Das friert die Gaspreisentwickung für 80% des bisherigen Jahresverbrauchs ein. Die Mehrkosten übernimmt der Staat und wird vom Gasanbieter verrechnet. Die weiteren 20% sowie die Grundgebühr werden nach Gastarif des Anbieters abgerechnet. Die Bundesregierung hatte beschlossen, diese Maßnahme zur Stabilisierung der Gaspreise bis zum 31. März 2024 zu verlängern, doch das ist durch das finazielle Loch im Haushalt nun nicht mehr möglich.
Eine Musterfamilie mit einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr würde durch die Gaspreisbremse um knapp 1.025 Euro pro Jahr entlastet werden.

Enwicklung der Gaspreise im Großhandel

Gaspreise Börse Trend
Gaspreisentwicklung 2023 Börse – EEX Erdgas-Jahreskontrakte – Trend abnehmend, Bundesnetzagentur

Auch im Großhandel hat sich seit Januar viel getan bei den Gaspreisen. Die Börsenpreise bewegen sich deutlich unterhalb des Niveaus der Vorwochen und sind auf dem niedrigsten Stand der letzten 12 Monate. Marktexperten gehen von einer weitern Entspannung aus. Ende April fielen die Gaspreise im Großhandel bereits wieder unter 4 Cent je kWh und die Kilowattstunde Gas für Juni 2023 kostete Anfang Juni rund 2,3 Cent (Dutch TTF Natural Gas Futures für Juni). Gründe dafür sind gut gefüllte Gasspeicher, erfolgreiche Einsparungen in Industrie, Gewerbe und Haushalten und natürlich die Fertigstellung deutscher LNG-Terminals. Im Februar 2023 sind 6 Terminals in Betrieb genommen worden, beziehungsweise in Vorbereitung mit einer Gesamtkapazität von 40 Mrd. m³ Das ist etwa die Hälfte des deutschen Erdgasverbrauchs.

Bei solchen Prognosen schwinden die Sorgen vor dem nächsten Winterhalbjahr. Das hat die Börsenpreise weniger anfällig für extreme Preissprünge gemacht, weshalb die Preisentwicklung am Gasmarkt sich im Juni/Juli insgesamt seitwärts bewegt. Ein entscheidender Faktor für die Preisentwicklung im Winter sind die allgemeinen Unsicherheiten hinsichtlich der gesamten russischen Situation und die Frage, ob weitere Gasmengen in den Wintermonaten in Richtung Zentraleuropa geliefert werden, denn das hat starken Einfluss auf das LNG-Preisniveau.

Gaspreiserhöhungen und Gaspreissenkungen

Die Heizsaison 2023 war deutlich teurer als im Vorjahr. Für Januar 2023 hatten Grundversorger bereits 474 Gaspreiserhöhungen von durchschnittlich 56% gemeldet. Betroffen sind knapp 3,7 Millionen Haushalte.

Seit Beginn des Jahres haben 44 Gasversorger die Preise um durchschnittlich 11% erhöht. Betroffen von den Gaspreiserhöhungen sind rund 1,2 Millionen Haushalte.

Für 1,9 Millionen Haushalte sind seit Januar 2023 die Gaspreise um im Schnitt 9% gesunken, was bei einer vierköpfige Familie einer Ersparnis von durchschnittlich 253 Euro entspricht.

In der  Grundversorgung lagen Ende Mai immer noch 90% der Gastarife über der Preisbremse. In der Alternativversorgung sind 80% der Tarife günstiger als die Gaspreisbremse. Ein Wechsel von der Grundversorgung zur günstigeren Alternativversorgung spart circa 600 Euro im Jahr [20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr]. Diese Gasanbieter senken die Preise

Sonderkündigungsrecht bei Gaspreissenkung und Gaspreiserhöhung

Kunden haben das Recht auf eine außerordentliche Kündigung, wenn es zu einer Preisveränderung kommt, sei es eine Preiserhöhung oder eine Preissenkung. Dies bedeutet, dass sie den Vertrag vorzeitig beenden können, falls ihnen die neuen Konditionen nicht zusagen.Das Wichtigste zum Sonderkündigungsrecht Gas nach Preiserhöhung finden Sie hier inklusive Vorlagen und Musterbriefen.

Zahlen, Charts & Grafiken zur Entwicklung der Gaspreise

  • Ab März 2023 wird es eine Gaspreisbremse zur Entlastung der Verbraucher geben. Für 80% des Verbrauchs soll dann nur 12 Cent pro kWh* gezahlt werden, die übrigen 20% nach Tarif des Gasanbieters. [*bei Fernwärme brutto 9,5 Cent]
  • Die Gaspreisbremse soll zunächst bis zum Jahresende 2023 gelten. Die Bundesregierung erwägt eine Verlängerung bis Ostern 2024.
  • Die Mehrwertsteuer auf Gas sinkt befristet von 19% auf 7% bis Dezember 2023.
  • Grund für die extremen Gaspreise sind die stark gestiegenen Preise im Großhandel. Die lange Zeit sehr niedrigen Stände der Gasspeicher in Deutschland und der Ukraine-Krieg trieben den Gaspreis in extreme Höhe.
  • Die Gaspreise an der Börse haben Ende letzten Jahres fast wöchentlich ein neues Rekordhoch erreicht mit 345 € pro Megawattstunde im August.
  • 474 Gasversorger haben bereits die Gaspreise für 2023 erhöht. Im Schnitt liegen die Preiserhöhungen bei 56%. [=1.250 Euro bei einem Verbrauch von 20.000 kWh].
  • Der Staat bremst die Gaspreisentwicklung. Preiserhöhungen sowohl beim kWh-Preis als auch beim Grundpreis unterliegen sehr strenge Regeln [Missbrauchsverbot bei der Gaspreisbremse].
  • Der Anstieg des CO2-Preises wird im Jahr 2023 ausgesetzt. Für die Tonne CO2-Emissionen wird in Deutschland weiter 25 € berechnet [=128 Euro bei einem Verbrauch von 20.000 kWh]. Anstieg der Gaskosten von 2024 bis 2026 durch die CO2-Abgabe voraussichtlich 11%
Quellen: EEX, Vergleichsportale/Preise für Jahresverbrauch 20.000 kWh

Entwicklung Gaspreise bis 2024

Gaspreis pro kWh Mai 2024*9,8 Cent
Gaspreise aktuell Neuverträge7,6 Cent pro kWh
Gaspreisentwicklung 12 Monate Trend
Gaspreisentwicklung der letzten 5 Jahre+154%
Gaspreisentwicklung im diesem Jahr-21 %
*Durchschnittlicher Verbraucher Gaspreis im EFH pro kWh, Bestandsvertrag, 2024
Quellen: EEX, BDEW, Verivox

Entwicklung Gaspreise im 10-Jahres-Verlauf

Jahr
Gaspreis pro kWh
20136,63 Cent
20146,52 Cent
20156,26 Cent
20165,89 Cent
20175,73 Cent
20185,81 Cent
20196,17 Cent
20205,97 Cent
20217,06 Cent
202215,29 Cent
2022 [Dez]20,04 Cent
2023 [Jan]16,11 Cent
2023 [Jul]14,8 Cent
Gaspreise Tabelle: BDEW, Gaspreise kWh für private Verbraucher inkl. aller Steuern, *Preis Stand Juli 2023

Clever sparen beim Gaswechsel

Der Gaswechsel ist heutzutage ein einfach und unkomplizierter Vorgang. Mit nur wenigen Klicks wird der Wechselprozess welcher für Sie als Gaskunde risikofrei eingeleitet. Sie können bei Gaswechsel zur Zeit sehr viel sparen und Ihr neuer Gasanbieter übernimmt alle Formalitäten, sodass Sie sich keine Arneit damit haben. Sorgen brauchen Sie sich auch nicht, dass das Gas plötzlich ausfällt. Die lückenlose Gasversorgung ist gesetzlich garantiert.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

  • 74 % Beschaffung und Vertrieb
  • 12 % Netzentgelte, Messung, Abrechnung
  • 14 % Steuern und Abgaben
Gaspreis Zusammensetzung 2023
Chart Gaspreis Zusammensetzung für Haushaltskunden in Deutschland, Juni 2023

Die Gaspreise für Endkunden setzten sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. 74 Prozent der Kosten entfallen auf den Gaseinkauf und den Vertrieb. Diese Preisbestandteile kann der Gasanbieter beeinflussen. Alle anderen Preisbestandteile, wie Steuern oder Netzgebühren werden von anderen Institutionen festgelegt. Etwas mehr als 12 Prozent des Gaspreises bekommt der Netzbetreiber für Netzentgelte, Messung und Abrechnung. Das Netzentgelt soll die Kosten für Bau und Betrieb der Gasleitungen abdecken und deren Höhe wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Der Netzbetreiber stellt aber auch den Gaszähler zur Verfügung, ließt den Zählerstand ab und macht die jährliche Abrechnung. Die verbleibenden 14 Prozent sind Gassteuer, die Umsatzsteuer (nur 7% Mehrwertsteuer in 2023) und CO2-Abgabe. Die bekommt der Staat, der diese auch reguliert.

Wie hat sich der Gaspreis entwickelt?

  • Gaspreisentwicklung 1 Jahr: -3 %
  • Gaspreisentwicklung 2 Jahre: + 110 %
  • Gaspreisentwicklung 10 Jahre: + 123 %

Chart Gaspreisentwicklung Deutschland

Die Gaspreisentwicklung im Großhandel war in den letzen 2 Jahren von extremen Preissteigerungen geprägt. Die Vervielfachung der Börsenpreise für Gas ließ auch die Endkundenpreise steigen. Vor 10 Jahren zahlten Gaskunden im Schnitt nur 6,5 Cent pro Kilowattsunde. Dieser Preis hat sich mehr als Verdreifacht, wobei der größte Preissprung in den letzten 2 Jahren zu verzeichnen war. In den letzten Monaten sind die Großhandelspreise wieder gesunken, doch Verbraucher sollten sich mittelfristig auf ein höheres Preisniveau als vor der Energiekrise einstellen.

Laut BDEW ist der durchschnittliche Erdgaspreis für Einfamilienhäuser mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh Im bisherigen Jahresmittel im Vergleich zum vierten Quartal 2022 um 26 Prozent gesunken. Der durchschnittlich Gaspreis lag Anfang Juli bei 14,81 ct/kWh.

Die besten Gaspreise für Wechsler
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Eigener Verbrauch
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Gaspreise aktuell: News zur Gaspreisentwicklung

Gaspreisentwicklung 2024: Große Preisunterschiede bei den Gastarifen

[21.11.2023] Aktuell gibt es riesige Preisunterschiede bei den Gastarifen. Für einen typischen Haushalt beträgt die Differenz zwischen den Grundversorgungstarifen der lokalen Anbieter und den günstigsten Angeboten für Neukunden 35 Prozent. Es lohnt sich daher die Gaspreisentwicklung selbst in die Hand zu nehmen und die verschiedenen Tarife zu vergleichen.

Im Detail: Eine Familie in einem Einfamilienhaus, die sich im örtlichen Grundversorgungstarif befindet und einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh hat, hat durchschnittlich Gesamtkosten in Höhe von 2.886 Euro pro Jahr. Aktuell beträgt der Preis für die gleiche Menge Gas im günstigsten verfügbaren Gastarif für Neukunden 1.875 Euro. Im Vergleich zum örtlichen Grundversorgungstarif ergibt sich ein Preisunterschied von 1.011 Euro.

Verivox, Check24

Grundversorger: Hohes Preisniveau trotz sinkender Gaspreise.

Die Gaspreisentwicklung sieht auch für Kunden in der örtlichen Grundversorgung allmählich etwas besser aus, nachdem sich die Preise im Vorjahr mehr als verdoppelt haben. Im Sommer senken rund 80 Gasversorger ihre Preise um durchschnittlich 23%. Dennoch bleiben die Preise hoch und liegen weiterhin über dem Grenzwert der Preisbremse. Im Vergleich dazu sind die Tarife für Neukunden deutlich unter den festgelegten Preisdeckel gesunken. Die Großhandelspreise stabilisieren sich - wenn auch auf etwas höherem Niveau. Zeit, für die Grundversorger und Stadtwerke die Gaspreisentwicklung wieder stärker in Richtung Preissenkung zu steuern.

Europäischer Gaspreis steigt erneut kräftig

[18.06.2023] Der Gaspreis in Europa ist in den vergangenen Tagen kräftig gestiegen. Am niederländischen Großhandelsplatz TTF schoss er um mehr als 50% auf 43,85 Euro je Megawattstunde nach oben.

Im August 2022 kletterten die Gaspreise am europäischen Gasmarkt auf ein Allzeithoch von 342 € pro MWh. Nach stetigem Rückgang sank der Preis bis Anfang Juni 2023 auf 23 Euro pro MWh. Doch Innerhalb von nur 2 Tagen stieg der Preis wieder auf 43,85 € pro MWh, was einer Steigerung von mehr als 50% entspricht. Wartungsarbeiten an norwegischen Gasanlagen und damit verbundene Produktionsunterbrechungen haben Bedenken hinsichtlich möglicher Engpässe geweckt. Die drohende Schließung von Gasfeldern in der Nähe von Groningen hat die Angst vor einer möglichen Verknappung weiter geschürt und die Preise in die Höhe getrieben. Der Markt reagiert nervös, weshalb sich Unternehmen und private Verbraucher weiter auf schwankende Preise einstellen müssen.

EEX

Langfristige Prognose zur Gaspreisentwicklung

Enspannung bei der Gaspreisentwicklung erst ab 2025

Eine dauerhafte Rückkehr niedriger Gaspreise scheint erst für 2025 in Sicht. Laut Analysen des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln [EWI[ soll es ab 2025 wieder zu einer Annäherung des Gaspreisniveaus an Vorkrisenpreise [2021] kommen. Man erwartet zwar, dass das Gas etwas teurer wird als russisches Pipeline-Gas, da LNG verflüssigt und wieder regasifiziert werden muss, was Zusatzkosten verursacht. „Doch Preise von unter 2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) seien möglich“, so die EWI-Prognose.
Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine lag der Gaspreis im Großhandel zwischen 1,5 und 2,5 Cent.

Gaspreisentwicklung 2024 – 2025 – 2026

gaspreisentwicklung jahrespreise
Gaspreisentwicklung Jahrespreise 2024, 2025 und 2026, Quelle first energy

Gasanbieter beobachten die Gaspreisentwicklung genau und versuchen zum möglichst niedrigsten Preis am Gasterminmarkt der Börse zu kaufen, wo die zukünftigen Lieferjahre/ Quartale gehandelt werden. Die Gasmengen werden im Grunde als „Absichtserklärungen“ gehandelt, in einem festgelegten Zeitraum in der Zukunft eine bestimmte Handelsmenge an Gas zu liefern oder abzunehmen. Die Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Erdgasbörsenpreise für Jahresverträge [Kontrakte] von 2024 bis 2026. Die Preise werden in Euro pro Megawattstunde gehandelt [:10 = Cent pro Kilowattstunde] Insgesamt ist ein Abwärtstrend zu verzeichnen.

Gas Jahrepreis TabelleBeispiel: Hätte ein Gasanbieter seine kalkulierte Gasmenge für die Jahre 2024, 2025 und 2026 am Handelstag 30.06.2023 eingekauft, hätte er die in der Tabelle dargestellten Handelspreise gezahlt: Gaspreis 2024 = 5,397 ct|kWh, Gaspreis 2025 = 4,573 ct|kWh Gaspreis 2026 = 3,629 ct|kWh

Auswirkungen der Gaspreisentwicklung dämpfen

Die Gaspreisentwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf das Haushaltsbudget der meisten Deutschen. Entweder direkt über den teuren Gasverbrauch oder über die gestiegenen Strompreise. In den letzten 2 Jahren haben sich die Gaspreise kontinuierlich erhöht, externe Faktoren wie gestiegene Rohstoffpreise und geopolitischer Spannungen. Die steigenden Energiekosten haben zu finanziellen Herausforderungen geführt, insbesondere für einkommensschwache Haushalte.

Energieeffizienz verbessern: Tipps für den sparsamen Umgang mit Gas

Es gibt viele Möglichkeiten, die Gasrechnungen reduzieren, unseren Energieverbrauch zu senken und damit den Auswirkungen der Gaspreisentwicklung entgegen zu wirken.

Eine einfache Möglichkeit, Gas im Haushalt zu sparen, ist das korrekte Heizen und Lüften. Dies führt dazu, dass weniger geheizt werden muss. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sind. Dadurch wird verhindert, dass sich die Wärme im Raum optimal verteilen kann. Intelligente Thermostate helfen ebenfalls dabei die Heizkosten zu senken. Diese ermöglichen es die Heizung individuell einzustellen und so Gasverschwendung zu vermeiden.

Angebote vergleichen: Wie man den besten Gastarif findet

Wenn Sie den hohen Gaspreisen den Kampf ansagen wollen, ist es am besten, die Gaspreise zu vergleichen und einen Vertrag beim günstigsten Gasanbieter abzuschließen. Um den besten Gastarif zu finden, können Sie den Vergleichsrechner nutzen. Der Gasrechner ermöglicht es, Ihre individuellen Bedürfnisse einzugeben und aus einer Liste von passenden Angeboten den richtigen Gasanbieter auszuwählen.

Doch der Gaspreis allein sollte nicht entscheidend sein. Auch die Vertragsbedingungen und der Kundenservice des Gasanbieters spielen eine Rolle bei der Auswahl. Der Tarif mit dem billigsten Gaspreis ist nicht immer der beste.

Gaspreisentwicklung stoppen mit Preisgarantie

Um den besten Gaspreis auszuwählen, empfehlen wir Tarife mit einer Preisgarantie für die gesamte Vertragslaufzeit. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass sich die Preise im ersten Jahr nicht ändern und Ihr Gaspreis vorläufig stabil bleibt, egal wohin die Gaspreisentwicklung geht.

 

Häufig gestellte Fragen zum Gaspreis

Wie hoch ist der durchschnittliche Gaspreis?

Der durchschnittliche Gaspreis in Deutschland betrug zu Beginn diesen Jahres 20,04 Cent pro Kilowattstunde. Dieser kWh-Preis wird jedes Jahr für einen Durchschnittshaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ermittelt und beinhaltet alle Steuern und Abgaben.

Was sind Grund- und Arbeitspreis beim Gaspreis?

Die oberhalb beschriebene detaillierte Zusammensetzung des Gaspreises ist den wenigsten Gaskunden bekannt. Bei Abschluss eines Gasvertrages wird stattdessen von einem Grund- und einem Arbeitspreis gesprochen. Der Arbeitspreis wird für die tatsächlich verbrauchte Menge Gas in Rechnung gestellt und wird in in Kilowattstunden gemessen. Der Grundpreis ist ein fester monatlicher Betrag und verbrauchsunabhängig. Er wird also auch berechnet, wenn gar kein Gas verbraucht wird.

Wie hoch ist mein Gaspreis?

Ihren aktuellen Gaspreis finden Sie auf Ihrer Gasrechnung. Sowohl die Grundgebühr [Monatsbeitrag] als auch der Arbeitspreis [Gaspreis in Kilowattstunden, kWh] sollen auf der Rechnung einzeln ausgewiesen werden. Die Höhe der monatlichen Abschlagszahlung finden Sie dort ebenfalls.

Ist der Gaspreis abhängig vom Verbrauch?

Die Kosten für Gas hängen sowohl vom Verbrauch als auch vom Gaspreis ab. Es gilt die einfache Regel: Je niedriger der Verbrauch, desto höher der Preis pro Kilowattstunde (kWh). Steigt die Menge an verbrauchtem Erdgas, wird der Preis pro Einheit günstiger. Bei einem jährlichen Verbrauch von 10.000 kWh beträgt der aktuelle Gaspreis 12,95 Cent pro kWh. Wenn jedoch die Menge des verbrauchten Erdgases auf 30.000 kWh steigt, sinkt der Preis auf 12,45 Cent pro kWh.

Wie hoch ist die CO2-Abgabe beim Gas?

Seit dem Januar 2021 wird eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Erdgas erhoben. Diese Abgabe hat für Haushalte, die mit Gas heizen, finanzielle Auswirkungen. Im Jahr 2022 lag der Preis für jede Tonne freigesetztes CO2 bei 30 Euro. Umgerechnet bedeutet es, dass eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zusätzliche Kosten in Höhe von 144 Euro tragen muss. In den nächsten Jahren wird der CO2-Preis langsam steigen. Bereits im Jahr 2024 ist geplant, dass er auf 35 Euro pro Tonne ansteigt. Im darauffolgenden Jahr 2025 war ein Preis von 45 Euro je Tonne vorgesehen. Ab dem Jahr 2026 wird ein Preiskorridor festgelegt, innerhalb dessen der Preis zwischen mindestens 55 und höchstens 65 Euro liegen soll. Die Zusatzkosten für den Familienhaushalt steigen damit auf mindestens 264 Euro. Diese Entwicklung ist ein bedeutender Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Förderung einer nachhaltigen Zukunft.

Warum sind die Gaspreise im Osten höher als im Westen?

Die Energiekosten sind im Osten Deutschlands höher als im Westen. Vergleicht man die Gaspreise, stellt man ein Gefälle zwischen neuen und alten Bundesländern, aber auch zwischen Stadt und Land fest. Das liegt vor allem an den regional unterschiedlichen Netzentgelten. Diese Kosten werden von den Netzbetreibern für die Bereitstellung und Instandhaltung der Gasnetze erhoben.

Wie entwickeln sich die Gaspreise in Zukunft?

Eine positive Trendwende bei der Gaspreisentwicklung ist nach bisherigen Einschätzungen der Energie-Experten bereits abzusehen. Die Prognosen für weiterhin steigende Gaspreise werden begründet mit steigenden Kosten für den Netzausbau [Modernisierung, Ausbau Nord-Süd-Trasse] und steigenden Beschaffungspreisen an den Börsen. Die CO2-Umlage soll sich ab kommendem Jahr weiter erhöhen.

Ist mein Gaspreis ein Netto oder Brutto-Preis?

In der Regel sind die Gaspreise für private Haushalte reine Bruttopreise. Sie beinhalten alle Abgaben und Steuern. Sind doch mal „Netto Gaspreise“ ausgewiesen, wird noch die Mehrwertsteuer von 19% aufgeschlagen. Der Gas Preis vor der Energiekrise betrug 2021 im bundesdeutschen Durchschnitt 6,2 Cent|kWh [brutto]. Der Netto Gas Preis 5,21 Cent|kWh.

Gaspreise verstehen: Hintergrundinformationen

Wann steigen Gaspreise?

Obwohl nicht mehr offiziell an den Ölpreis gebunden, reagieren die Gaspreise stark auf andere Energiemarktpreise. Senken die OPEC Staaten zum Beispiel ihre Fördermengen, wird Öl knapp und damit teurer. Stromanbieter, die ölgetriebenen Blockheizkraftwerke und Gaskraftwerke betreiben, kaufen dann vermehrt Erdgas und treiben damit die Gaspreise nach oben. Weitere Einflussfaktoren sind die Menge an Gas, die zur Verfügung steht (Flüssig, Pipeline) und der Gasspeicherstand.  Wird wenig Ökostrom produziert, springen Gaskraftwerke ein. Sind die Gasspeicher kurz vor der Heizsaison leer, werden – der Nachfrage angepasst – eben höhere Gsapreise an der Börse verlangt. Der Ukraine-Krieg in Verbindung mit dem russischen Lieferstopp haben zu einer europaweiten Gasknappheit geführt und die Preise im Großhandel in Rekordhöhen getrieben.

Wann sinken die Gaspreise?

Erst wenn die allgemeinen Energiemarktpreise über einen längeren Zeitraum niedrig und die Gasspeicher voll sind, geben die Gasversorger die gesunkenen Einkaufspreise an Ihre Kunden weiter. Das war in den letzten Jahren der Fall, weshalb es bis 2020 noch ausgesprochen günstige Gastarife gab. Doch die Zeit der niedrigen Gaspreise ist vorbei, denn neue Steuern, leere Speicher und eine gesiegene Nachfrage auf dem Weltmarkt gepaart mit langsamer Zulieferung nach Deutschland sind Preistreiber. Kurzfristige Preisschwankungen am Weltgasmarkt wegen Überangebotsmengen spielen bei der langfristigen Einkaufsplanung der deutschen Gasversorger keine Rolle. Tarife im Gasrechner geben Aufschluss über den aktuellen Stand der Gaspreise.[

Entwicklung der Gaspreise in Europa

Im zweiten Halbjahr 2022 sind die durchschnittlichen Gaspreise für Haushalte in der EU im Vergleich zum Vorjahr um +46% auf 11,4 Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

Die Gaspreise haben in allen EU-Ländern stark angezogen. Am stärksten stiegen die Gaspreise in Tschechien [+231 %], Rumänien [+165 %] und Lettland [+157 %].  Deutschland lag zu der Zeit mit einem Preisanstieg von 36% unterhalb des europäischen Durchschnitts. Alle Preiserhöhungen sind auf die jüngste Energiekrise zurückzuführen.

Wer zahlt am meisten, wer am wenigsten für Gas in Europa?

Die durchschnittlichen Gaspreise für Haushalte in der EU waren Ende 2022 in Ungarn [3,5 Cent pro kWh], Kroatien [4,5 ct] und der Slowakei [4,9 ct] am niedrigsten. Am meisten für ihr Gas zahlten Haushalte in Schweden [27,5 ct], Dänemark [20,8 ct] und der  Niederlande [19,3 ct].

Chart Gaspreisentwicklung Deutschland Chart: Gaspreisentwicklung in Deutschland 10 Jahre

Quelle: Eurostat, 2023

Chart: Gaspreisentwicklung in Deutschland 10 Jahre

Zur Gaspreisentwicklung 2021 – 2022.  So haben sich die Gaspreise vor und während der Energiekrise entwickelt.